Ein besonderer Tag in Chorweiler Mitte – ein Geschenk für die Seele
Heute war ein besonderer Tag – einer dieser seltenen, still leuchtenden Tage, an dem sich das Herz weit öffnet und das Unsichtbare für einen Moment sichtbar wird. Ich hatte eine Glückskiste dabei. Eine einfache Kiste von außen – doch innen verborgen: ein kleines Wunder.
Kaum hatte ich sie ausgepackt, zogen sich die Kinder magisch davon angezogen in ihren Bann. Ihre Augen begannen zu leuchten, ihre kleinen Hände griffen neugierig hinein – und dann geschah das Unerwartete: Im Inneren lag nichts weiter als ein Spiegel. Kein Spielzeug, kein Schmuck, keine bunten Süßigkeiten. Und doch war es alles zugleich – denn was sie sahen, war sich selbst.
Einige Kinder schauten verlegen, als ob sie sich zum ersten Mal wirklich selbst erblickten. Andere schmunzelten – ein stilles, herzliches Lächeln, das aus der Tiefe ihrer kindlichen Seele kam. Wieder andere schauten lange, sagten nichts – und bedankten sich schließlich mit einer Wärme, die mein Herz berührte.
Was ist Glück, wenn nicht der Moment, in dem wir erkennen, dass alles, was wir suchen, bereits in uns wohnt?
Es war bewegend zu sehen, wie die Kinder dieses einfache, doch so kraftvolle Geschenk angenommen haben – mit Offenheit, Staunen und einem Gefühl, das wir als Erwachsene oft verlieren: dem Wunder über das eigene Dasein. Sie sahen sich selbst – und sie sahen, dass sie genug sind. Wundervoll, so wie sie sind.


In der kreativen Stille danach begannen wir zu basteln. Wir schufen Wollblätter – jedes Kind wählte eine Schablone: Ahorn, Eiche, Kastanie und viele mehr. Sie zeichneten die Umrisse auf Karton, schnitten sie mit Geduld und Hingabe aus und umwickelten sie dann mit bunter Wolle. So entstanden kleine Kunstwerke – Blätter, die nicht von Bäumen stammten, sondern aus Herzen gewachsen waren.
Die Wolle, die sich sanft um das Blatt legte, wirkte wie ein Symbol für Geborgenheit, für Verbindung, für das Umhüllt sein vom Leben selbst. Jedes Blatt war einzigartig – wie jedes Kind, wie jede Seele, die an diesem Tag dabei war.





Währenddessen schnappte sich Nele mit liebevoller Entschlossenheit ein paar Kinder und gemeinsam machten sie sich daran, die letzten zwei Bänke zu schleifen und zu ölen. Es war ein stilles Ritual – eine Geste der Pflege, der Aufmerksamkeit und der Fürsorge für unseren gemeinsamen Raum. Holz wurde geglättet, genährt, und es war, als ob nicht nur die Bänke, sondern auch wir selbst in diesem Prozess ein Stück heiler wurden.




Dieser Tag war ein Geschenk.
Nicht nur für die Kinder – sondern auch für uns Erwachsene. Er war eine Einladung, mit den Augen des Herzens zu sehen. Eine Erinnerung daran, dass wahres Glück nicht laut ist. Es kommt leise. Es spiegelt sich – manchmal – einfach nur im eigenen Gesicht.
Und vielleicht liegt genau darin das größte Wunder: zu erkennen, dass das, was wir suchen, längst in uns wohnt.
Wie jedes Blatt einzigartig ist, so ist auch jedes Kind ein Geschenk. Heute haben wir das nicht nur gesehen – wir haben es gespürt.“